OPEN SOURCE KATALOG
Hintergrundsinformationen zum Thema Open Source
Unter „Open Source“ versteht man quelloffene Software, die frei genutzt und nach bestimmten Regeln modifiziert, in andere Software eingebettet und weitervertrieben werden kann. Die Auswirkungen der Open Source-Bewegung sind an vielen Veränderungen in der modernen Informatik-Welt ersichtlich: Immer schneller gelangen neue Produkte von kleinen innovativen Firmen dank einfach skalierbarer Vertriebswege (Internet) und sofortiger Akzeptanz (kostenlos, geringe Abhängigkeiten) auf den Markt und führen damit zur Beschleunigung der „Commoditisierung“ von ganzen Schichten im Software-Stack. Wertschöpfungsketten der IT-Anbieter werden aufgebrochen und Support ist nicht länger zwangsläufig an die Software-Entwicklung gekoppelt. Kollaborative Software-Entwicklungsprozesse mit lose gekoppelten verteilten Projektteams entwickeln qualitativ hochstehende Software zu günstigen Kosten in kurzer Zeit. Das wirtschaftliche Fundament der Softwareindustrie verändert sich, der Preisdruck auf traditionelle kommerzielle Anbieter steigt kontinuierlich.
Zum heutigen Zeitpunkt sind über 250'000 Open Source-Projekte bekannt, die sich in unterschiedlichen Entwicklungs- und Reifestadien befinden. Sie bringen Infrastruktur-Elemente, Software-Komponenten oder auch Geschäftsapplikationen hervor. Täglich kommen neue Projekte hinzu, alleine zum Thema „Web Content Management“ gibt es zum Beispiel über 2’000 Open Source-Lösungen. Der Wert der heute verfügbaren Open-Source-Projekte wird auf über 100 Milliarden Euros geschätzt. Ein geringer Teil dieser “Investitionen” wird dabei von Risikokapitalgebern finanziert, der grössere Teil aber durch Einzel-Individuen und Klein-, sowie Grossfirmen geleistet.
Der Begriff „Open Source“ wurde erst 1998 durch Eric S. Raymond geprägt, obschon die ersten Initiativen bis weit in die 60-er und 70-Jahre zurückgehen. Lange Jahre waren Free Software und Open Source vor allem in Forschungskreisen ein Thema. Dies änderte sich allerdings mit dem Start und der Verbreitung von grossen und publikumsrelevanten Projekten wie Linux (Start 1989, Release 1.0 in 1994), Apache Webserver (erste Veröffent-lichung 1995), Netscape (Veröffent¬lichung Quellcode 1998), OpenOffice (Veröffentlichung des Quellcodes durch Sun im Jahre 2000 auf Basis des akquirierten Software-Paketes StarOffice) oder MySQL (1995).
War Open Source noch vor wenigen Jahren ein für manches Unternehmen obskures Thema, setzen heute über 80% aller grossen und kleinen Firmen Open-Source-Technologien ein. In vielen Fällen gibt es eine explizite Strategie und Governance-Regelungen. Open-Source-Technologien werden heute aber auch in vielen kommerziellen Produkten eingesetzt und erlauben es, diese günstiger zu bauen, zu warten und teilweise auch zu vertreiben. Insgesamt kann gesagt werden, dass Open Source die Informatik nachhaltig günstiger gemacht hat, speziell wenn auch die makro-ökonomischen Zusammenhänge mitberücksichtig werden.
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